Die AG Animationsfilm hatte sich bereits als Mitglied der Initiative Zukunft Kino + Film (IZK+F) der gemeinsamen Stellungnahme der in der Initiative organisierten Verbände angeschlossen, die sich – anstatt für eine erneute Novelle des vorhandenen Filmgesetzes – für einen grundlegenden Neuanfang der deutschen Filmförderung ausspricht.
Denn das FFG ist in die Jahre gekommen und hat sich im Laufe der vielen Novellen zu einem unhandlichen und oft in sich widersprüchlichen Regelwerk verwachsen.
In der Branche gibt es viele innovative Ideen zur Änderung der Filmförderung, doch die interessantesten oder vielleicht auch gewagtesten lassen sich allerdings nicht einfach durch ein neues FFG regeln. Dazu gehören zum Beispiel:
-Die Einführung einer format-offenen Entwicklungsförderung auf Bundesebene,
– die Schaffung einer finanziell gut ausgestatteten, format-offenen dezidierten Nachwuchsförderung auf Bundesebene,
– die Abschaffung der wirtschaftlichen Filmförderung der BKM zugunsten eines inklusiven Tax-Credit-Systems,
– eine Förderkommission „Animation“ die mit wechselnden Expert*innen besetzt ist und die über die Förderung sämtlicher Animationsprojekte entscheidet.
– die Zusammenführung von FFA- und BKM-Förderung,
und natürlich die vielen, teils radikalen Ansätze, den Einfluss der Sender auf die Filmförderung zurückzudrängen. Die Liste der Ideen der verschiedenen Branchenvertreter*innen ist lang. Für die mögliche Umsetzung dieser Ideen braucht es, neben einem modernisierten FFG, vor allem den Mut auch strukturelle Veränderungen durchzuführen.
Die AG Animationsfilm nimmt in der Diskussion um die Filmförderung eine besondere Perspektive ein. Ihre Gründung vor 11 Jahren war nicht zuletzt durch die Frustration einiger Animationsfilmschaffender über die damals gegebenen Zustände motiviert. An diesen Zuständen hat sich in den zentralen Bereichen Filmförderung und Sender bis heute leider kaum etwas geändert.
Denn wenn in Deutschland an Film gedacht wird, meint man Realfilm. Die Animation wird in der Regel vergessen. Dies lässt sich auch an vielen Stellen im FFG, aber vor allem in den meisten Richtlinien bemerken, die offensichtlich ausschließlich mit dem verengten Blick auf den Realfilm gemacht wurden. So verwundert es nicht, dass noch nie ein Animationsprojekt durch den GMPF gefördert werden konnte und der DFFF 2, der ursprünglich sogar neben der VFX-Branche vor allem Animation in Deutschland unterstützen sollte, bis heute keine Gelegenheit dazu hatte.
Und auch der Kurzfilm, der — anders als im Realfilm – im Animationsbereich eine herausragende Rolle spielt und das gängige Format ist, in dem sich Animationstalente entwickeln müssen, wird in Deutschland nur mit sehr geringen Summen gefördert.
Deshalb haben wir eine ausführliche Stellungnahme zum FFG geschrieben in der wir besonderes Augenmerk auf Animation, Kurzfilm und Nachwuchs gelegt haben.