In diesem Beitrag findet ihr alle Fördermaßnahmen verlinkt, die für Euch relevant sein könnten. Wir haben außerdem Hilfsmaßnmahmen verschiedener Institutionen und Grundsicherungsmaßnahmen wie Notkindergeld und Wohngeld aufgeführt.

Außerdem bieten einzelne Städte noch Hilfsprogramme für Künstler*innen und Kreative an.

 

1. BUND-UND LÄNDERFÖRDERER HILFSPROGRAMM FÜR DIE FILM- UND MEDIENBRANCHE

Am 27. März 2020 wurde das Hilfsprogramm verabschiedet. Es umfasst ein Gesamtvolumen von 15 Mio. Euro und wird gemeinsam getragen von den Länderförderern FilmFernsehFonds Bayern (FFF), Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), Film- und Medienstiftung NRW (FMS), HessenFilm, Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG), Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), nordmedia sowie der Filmförderungsanstalt (FFA) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit DFFF, Kultureller Filmförderung, GMPF.

Außerdem haben einzelne Länderförderer neue Programme ins Leben gerufen um Kreative zu unterstützen.

Neue Programme:

FFHS: 3×3 für 3 Drehbücher in 3 Jahren kann Förderung in Höhe von 150.000 Euro beantragt werden.

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen: Denkzeit- Stipendienprogramm, um die Zwangspause kreativ nutzen zu können.

 

2 . SOFORTHILFEANGEBOTE FÜR KLEINE UNTERNEHMEN; SELBSTÄNDIGE, FREIBERUFLER*INNEN UND KÜNSTLER*INNEN: 

Der Bund stellt 50 Milliarden Euro bereit, um unbürokratische Soforthilfe zu gewähren. Damit werden einmalig für drei Monate Zuschüsse zu Betriebskosten bewährt, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Soforthilfe ergänzt die Programme der Länder. Die Anträge werden aus einer Hand in den Bundesländern bearbeitet.

3. SOFORTHILFE WEITERER INSTITUTIONEN

Momentan können aufgrund der aktuellen Situation  Anträge an den Beihilfefonds der VG Wort gestellt werden. Die VG Bildkunst bringt in Kürze so viele Ausschüttungen wie möglich auf den Weg. Einmalige Sonderzahlungen über das Sozialwerk werden momentan geprüft. Die GEMA regt die Unterstützung für Mitglieder und Kunden an . Ihr „Corona-Hilfsfonds“ stellt finanzielle Übergangshilfen für individuelle Härtefälle im Rahmen der sozialen und kulturellen Förderung bereit.

 

4. NOTFALL-KINDERZUSCHLAG (KiZ)

Der Kinderzuschlag ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für erwerbstätige Eltern, die genug für sich selbst verdienen, aber bei denen es nicht oder nur knapp reicht, um auch für den gesamten Bedarf der Familie aufzukommen. Der Kinderzuschlag beträgt bis zu 185 Euro monatlich je Kind und deckt zusammen mit dem Kindergeld den Bedarf eines Kindes. Familien, die ab dem 1. April einen Antrag auf den KiZ stellen, müssen nicht mehr das Einkommen der letzten sechs Monate nachweisen, sondern nur das des letzten Monats vor der Antragstellung. Die Regelungen zum Notfall-KiZ sollen als Teil eines Sozialschutz-Paketes bis zum 29. März in Kraft treten. Gelten soll die Regelung befristet bis zum 30. September 2020. Den Antrag stellen Ihr online auf der Internetseite der Familienkasse. Mit dem KiZ-Lotsen der Familienkasse können Ihr prüfen, ob Ihr voraussichtlich Anspruch habt.

 

5. ZAHLUNG VON BEITRÄGEN ZU SOZIALVERSICHERUNG

Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitgebern können nach § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV gestundet werden. Ansprechpartner sind die jeweiligen Krankenkassen, bei denen die Arbeitnehmer*innen versichert sind.

Als Selbständige könnt Ihr Euch bei Eurer Krankenkasse erkundigen und darum bitten, aufgrund der wesentlich geringeren Umsatzprognose Eure Beiträge auf den Mindestbeitragssatz herabzusetzen.

KünstlerInnen und PublizistInnen, die in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind, können jedoch eine Änderungsmitteilung darüber machen, dass sich ihr Arbeitseinkommen ändert. Das Formular findet Ihr hier. Aus dem Netzwerk haben wir den Hinweis, dass es ratsam ist, das geschätzte Jahreseinkommen mit dem jährlichen Mindesteinkommen von 3.900 EUR anzugeben. Zwar wirkt sich dies erst im übernächsten Monat ab, umso wichtiger ist es, dass ihr hier jetzt schnell seid, damit der reduzierte Beitrag nicht erst im Monat drauf wirksam wird. Offenbar soll ein Sonderprogramm für freiberufliche KünstlerInnen auf den Weg gebracht werden. Die Informationen dazu wird die KSK veröffentlichen.

Als KSA-abgabepflichtiges Unternehmen könnt ihr versuchen, bei der Künstlersozialkasse eine Stundung von Zahlungen der Künstlersozialabgabe zu erwirken.

 

6. ENTSCHÄDIGUNG BEI VERDIENSTAUSFALL DURCH QUARANTÄNE

Wer auf Grund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über diejeweiligen Landesdirektionen  Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und FreiberuflerInnen den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Die Anträge sind innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung oder dem Ende der Quarantäne bei der Landesdirektion Sachsen zu stellen. Den Antrag auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz für Selbständige findet ihr hier. Bei einer Existenzgefährdung können Mehraufwendungen beantragt werden. Falls Ihr als Selbständige nicht gesetzlich kranken-, renten- und pflegeversichert seid, habt Ihr Anspruch auf Erstattung ihrer Aufwendungen für soziale Sicherung in angemessenem Umfang. Zwingende Vorrausetzung für eine Entschädigung ist, dass durch ein Gesundheitsamt das Tätigkeitsverbot bzw. eine Quarantäne angeordnet wurde.

 

7. AUSFALLHONORARE

Ob Ihr vom Auftraggeber ein Ausfallhonorar bekommt, hängt von Euren individuellen Vertragsbedingungen ab. Auch mündlich oder per SMS/WhatsApp geschlossene Vereinbarungen sind wirksam. Achtet beim Abschluss neuer Verträge darauf, dass es Regelungen über Ausfallhonorare gibt. Habt Ihr in einem Projekt bereits Teilleistungen erbracht, habt Ihr zumindest anteilig Anspruch auf das Honorar.

 

8. FÖRDERMITTEL FÜR LAUFENDE PROJEKTE

Ihr setzt gerade mit Hilfe von Fördermitteln ein Projekt um und müsst Veranstaltungen und/oder Reisen absagen? Wie sich das auf die Abrechnung der Fördermittel auswirkt, dazu gibt keine allgemeingültig Regelung. Wir gehen davon aus, dass die fördernden Stellen die Projektträger in Kürze individuell informieren werden. Eine ganze Reihe von Fördermittelgebern hat bereits angekündigt, dass sie auf Rückzahlungen aufgrund nicht realisierbarer Veranstaltungen und Projektaktivitäten verzichten werden. Siehe Hilfsprogamm der Förderer für die Film-und Medienbranche.

 

9. WOHNGELD BEANTRAGEN

Mit dem Wohngeld soll Haushalten geholfen werden, deren Einkommen nicht ausreicht, um die Kosten einer angemessenen Wohnung zu tragen. Wohngeld können Mieterhaushalte und Haushalte, die im selbst genutzten Wohneigentum leben, auf Antrag erhalten. Der Anspruch auf Wohngeld und dessen Höhe hängt von drei Faktoren ab: Der Zahl der Haushaltsmitglieder, der Höhe des Gesamteinkommens der Haushaltsmitglieder und der Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung. Wohngeld wird als Mietzuschuss oder Lastenzuschuss bei Eigentümern gewährt. Die Empfänger anderer Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld II und Sozialgeld) sowie die Mitglieder aus deren “Bedarfsgemeinschaft” sind vom Wohngeld ausgeschlossen, wenn ihre Unterkunftskosten bei der Berechnung der jeweiligen Sozialleistung berücksichtigt worden sind. Wohngeld kann bei den zuständigen Ländern beantragt und  hier berechnet werden.